In Version 604 präsentiert sich die bekannte Simulationssoftware Crocodile Physics "runderneuert". Die unterrichtlichen Einsatzmöglichkeiten wurden erheblich verbessert.
Gegenüber Crocodile Physics 1.7 wurde die Inhaltsleiste neu gestaltet und stärker auf konkrete Lehrplanthemen zugeschnitten. Nahezu alle Inhaltsbereiche - Mechanik, Elektrik/Elektronik, Optik, Wellen - weisen eine verbesserte Benutzeroberfläche auf. Simulationen, Arbeitsblätter und Präsentationen lassen sich jetzt leichter erstellen und wirken etwas realistischer. Dennoch: will man alle möglichen Features nutzen, erfordert Crocodile Physics auch in der neuen Version eine gründliche Einarbeitung - nach wie vor kein Programm für "Dünnbrettbohrer"!
Simulationen aus Bausteinen erstellen
Wie bereits in Version 1.7 werden die Anwendungen aus "Bausteinen" erstellt. Im Bereich "Bewegung und Kräfte" sind das beispielsweise die Bausteine "Kette", "Zahnrad", "Elektromotor", "Untergründe", "Kugeln", "Wagen", "Steigungen" und viele mehr. Abb. 1 zeigt den Baustein "Spaceshuttle". Den Bausteinen werden "Eigenschaften" zugewiesen, zum Beispiel Steigungswinkel, Fallbeschleunigung, Material (elastisch, plastisch), Masse, Reibungszahlen und weitere - bausteinspezifische - Eigenschaften (Abb. 2).
Vorlagen werden bereitgestellt
Den erstellten Simulationen können Diagramme hinzugefügt und diese mit Messgrößen verknüpft werden. Das Programm enthält dazu bereits zahlreiche fertige Vorlagen und Beispiele mit ausführlichen und verständlichen Anleitungen. Im Bereich Mechanik gibt es diese zu den Themen gleichförmige und beschleunigte Bewegung, Newtonsche Gesetze, Arbeit, Energie und Impuls, im Bereich Optik zu den Reflektionsgesetzen, zur Brechung, zur Bildkonstruktion an Linsen und selbstverständlich auch zum Auge und zu optischen Geräten. In der Elektrizitätslehre und Elektronik - bereits in den Vorversionen sehr umfangreich abgehandelt - finden sich Vorlagen und Beispiele zu nahezu jedem denkbaren Thema der Schulphysik.
Ebenfalls ein traditioneller Schwerpunkt des Programms ist die Wellenlehre. Die beliebtesten, durch Vorlagen erschlossenen Themen dürften hier Schallgeschwindigkeit, Dopplereffekt und elektromagnetisches Spektrum sein. In der neuen Version können all diese Vorlagen problemlos auch von weniger geübten Benutzern eingesetzt werden und verdeutlichen in idealer Weise das Crocodile-Prinzip.
Deutliche Verbesserungen
Aus den genannten Gründen haben sich die unterrichtlichen Einsatzmöglichkeiten von Crocodile Physics erheblich verbessert. Konnte man Version 1.7 guten Gewissens nur "EDV-Freaks" unter den Lehrkräften und (physikinteressierten) Schülerinnen und Schülern empfehlen, so ist Version 604 durchaus für Übungsstunden oder Praktika im Klassenverband einsetzbar. Das folgende Beispiel zum Newtonschen Beschleunigungsgesetz soll dies verdeutlichen.
Mit dem Spaceshuttle zum Newtonschen Grundgesetz
Die von der Software angebotene Vorlage gibt eine ausführliche Hilfestellung zur Simulation der Zusammenhänge von Kraft, Beschleunigung und Masse:
Hinzufügen von Diagrammen
Bereits nach kurzer Einarbeitung können Lernende diese Anleitung nachvollziehen und mit dem Ergebnis (Abb. 3) "experimentieren". Der Übungserfolg wird durch Hinzufügung eines Diagramms erheblich verbessert. Aus der "Bausteinbibliothek" (Abb. 4) im Abschnitt "Präsentation" wird dazu zunächst ein Diagramm auf das Arbeitsblatt gezogen. Nach Verknüpfung der Achsen mit den Messgrößen und Anpassung der Diagrammfläche an die Messwerte können die Diagramme dargestellt und interpretiert werden. In Abb. 5 ist zum Beispiel die Geschwindigkeit des Spaceshuttle gegen die Simulationszeit aufgetragen.
Quelle: http://www.lehrer-online.de/crocodile-physics-604.php (25.02.2008)